200% Hindu an einem Tag

Am Morgen des zweiten Tags in Hampi treffen wir Alibaba, unseren Rickshaw Fahrer vom Vortag, der uns von Tempel zu Tempel fahren will. Hampi ist ein bekannter Pilgerort, 1500 v. Chr. hatte hier der Hinduismus seine Hochzeit. Wir sehen eine Menge Ruinen, davon sind sehr viele Tempel und ein Großteil davon auch heute noch in Gebrauch. Viele Tempel werden scheinbar in Schichten renoviert, teilweise sehen wir uralte Gemäuer mit neuen Dächern, ein merkwürdiger Anblick. Auf den Baugerüsten tummeln sich Affenfamilien, statt Bauarbeitern.
Nach unserem ersten Tempel-Stopp suchen wir am vereinbarten Treffpunkt Alibaba, aber finden nur einen sogenannten „Black Cobra“. Er sagt, er übernehme ab hier. Wir sind sehr skeptisch und vermuten zunächst, die Fahrer klauen sich hier gegenseitig die Kundschaft. Später stellt sich heraus, dass es einfach nur ein Fahrertausch war. Wir nehmen das Alibaba allerdings persönlich…Scherz.

Black Cobra!

Mit der Rickschaw von Black Cobra (und zwischenzeitlich mit seinem Sohn im Gepäck) fahren wir weiter. Wir lassen uns treiben, sind beeindruckt und verwirrt von der Vielzahl an Göttern. Wir betreten mit viel Respekt die Heiligtümer und versuchen hier und da Wandbilder nachzustellen (auf respektvolle Art und Weise!). Auf einem Berg kommen wir an einem kleinen Tempel vorbei, wo eine alte Frau im wunderschönen indischen Gewand steht. Sie bemerkt unsere neugierigen Blicke und bittet uns in „ihren“ Tempel. Mit Gestik und Mimik versucht sie uns zu zeigen, wie man sich im Tempel bewegt und den Göttern ehrt. Sie läutet Glocken, lässt Wasser über den Altar laufen und zündet Kräuter an. Die Hände werden wie ein Dach über den Rauch und anschließend ins Gesicht gehalten. Wir haben keine Ahnung, was sie tut – machen es ihr aber nach. Die Frau lächelt uns fröhlich und bestätigend an. Beim Verlassen des kleinen Tempels kommt Sie auf uns zu und hält dabei eine kleine Schale mit Farbpulver in Ihrer Hand. Wir erhalten das dritte und das vierte (?) Auge – einen roten Punkt zwischen den Augenbrauen und einen über dem Schlüsselbein. Das bringt gutes Karma, erklärt uns später Black Cobra. Wir fühlen uns noch touristischer, als zuvor, sind aber auch ein kleines bisschen stolz.

uns wird das Ritual des Tempelbegehens beigebracht, wir verstehen nur Bahnhof
Tanzende Göttinnen
Ich glaube, der hat Hunger. Ob Gott Hanuman ihm helfen kann?

Nach der dritten oder vierten Tempelruine (wir verlieren den Überblick) knallt langsam die Mittagshitze auf unsere Köpfe. Wir setzen uns in einen alten Tempel, um bei Wasser und Cashewnüssen Mittagspause zu machen. Das hört sich respektlos an, aber genau so machen es die Inder auch. Wir passen uns an.

ein Inder zeigt Kat, wie Kühe am liebsten gestreichelt werden. Wichtigste Lektion für heute!
Alex macht lieber Selfies mit blauhörnigen Kühen
Tempel Nummer 100
was tut er da…
Das hier war ein sehr kleiner Tempel mit einem ganz bequemen Vorgarten
Selfie mit einem indischen Gott
eins von vielen Selfies mit den Leuten hier

Der letzte Tempel, den wir ansteuern, strahlt im Licht der untergehenden Sonne golden. Affen, Streifenhörnchen und Papageien hüpfen auf Pyramiden-ähnlichen Türmen von A nach B und streiten sich um den besten Platz. Zwei große Stiere laufen gelangweilt durch die Gemäuer. Im Tempel wartet ein bunt bemalter Elefant, der von den Besuchern 10 Rupien entgegennimmt. Anschließend gibt er das Geld an seinen Besitzer weite und segnet den Besucher mit seinem Rüssel. Der Anblick ist komisch, Katrin freut sich aber so über den ersten Elefanten der Reise, dass sie sich ebenfalls segnen lässt. Das schlechte Gewissen kommt sofort – ob der Elefant hier artgerecht gehalten wird, ist mehr als fragwürdig. Der Elefant tut ihr leid, uns sie streichelt noch eine Weile seinen Rüssel, bis sich andere Touristen dazwischen drängen. Wir sind müde und geschafft und eilen zu unserem Boot. Wir haben Glück: die angeblich letzte Fähre ist längst nicht die letzte, und wir dürfen zurück in unser Hippieparadies.

Gold, gold, gold
Der Elefant ackert den ganzen Tag, um uns alle heilig zu sprechen. Er tut mir sehr leid, ich hoffe er bekommt für die Einnahmen viele Bananen und Freilauf.
und ein kitschiges Pärchen Selfie zum Schluss!

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